Kleine Geschichte der Audiotechnologie

Bis zur Erfindung und Kommerzialisierung von Schallaufnahme- und wiedergabegeräten sowie industriell reproduzierbarer Medien konnte man Musik nur 'live' erleben.

1877 gelingt Thomas Alva Edison als erstem die Aufzeichnung und Wiedergabe der menschlichen Stimme mit Hilfe seines Zinkfolien Phonographen.

1878 erhält Edison das Patent für einen Phonographen mit einem Zylinder umhüllt mit Zinkfolie mit 2-3 Minuten Aufnahmekapazität.

1881 erstellt Charles Tainter von den Volta Laboratorien die erste Schallplatte mit Horizontal-Schnitt, aber ohne Maschine zu Wiedergabe.

1885 entwickeln Chichester Bell und Charles Tainter das Graphophone, eine mit einem mit Wachs beschichteten Zylinder arbeitende Maschine, geschnitten mit vertikalen Rillen.

1887 erfindet Emile Berliner den dritten Typ von Phonographen, den er Gramophone nennt, mit einer Nicht-Wachs-Platte mit Horizontal-Schnitt.

1897 wird Schellack als Plattenmaterial eingeführt. Vorher verwendete Berliner Hartgummi als Plattenwerkstoff für die Serienproduktion.

1898 stellt der dänische Erfinder Valdemar Poulsen ein  funktionierendes Magnetaufzeichnungsgerät vor, das Telegraphon, das mit Stahldraht von 1mm Durchmesser arbeitet.

1900 wird ein verbessertes Telegraphon vorgestellt, das mit Stahlband, 3mm breit, 0,05 mm dick arbeitet.

1925 löst die von den Bell Telephone Laboratories entwickelte elektrische Aufzeichnungsmethode von Schallplatten die akustische Aufzeichnungsmethode ab. Während die alte, akustische Aufnahmetechnik einen Frequenzbereich von 600 bis 200 Hertz umfaßte, ergab sich durch die neue Technik ein Frequenzbereich von 80 bis 5000 Hz.

1925 wird durch die elektrische Aufnahme das Plattentempo auf einheitlich 78 Upm festgelegt. Vorher schwankte die Umdrehungsgeschwindigkeit zwischen 74 und 82 Upm.

1931 wird die elektrische Wiedergabe der Schallplatte eingeführt. Damit erst wird hörbar, was schon seit 1925 auf Platte aufgezeichnet werden konnte. Die Wiedergabe hat einen Frequenzbereich von 50 bis 4500 Hz.

1935 stellt die AEG das Magnetophon K1 mit Magnetband vor. Charakteristik: Dynamik ca. 40 dB, Klirrfaktor ca. 10%, obere Grenzfrequenz 5 kHz.

1940 bringt der praktische Einsatz der HF-Vormagnetisierung statt bisheriger Gleichstrom-Magnetisierung eine erhebliche Verbesserung der Magnetaufzeichnung. Charakteristische Werte: Dynamik ca. 60 dB, Klirrfakor 2%, obere Grenzfrequenz 10 kHz.

1947 wird in den Bell Laboratories der erste funktionierende Bipolar-Transistor entwickelt.

1948 stellt Columbia die 12" (30cm) Vinyl-Platte mit Mono-Mirkorillen und der Drehzahl 33 1/3 Upm vor, mit einer Spieldauer von 23 Minuten je Seite.

1949 stellt RCA die 7" (18cm) Single-PLatte mit Mikrorille und 45 Upm vor.

1954 beginnt mit dem ersten Transistorradio die Massenvermarktung der Transistortechnik. 

1963 Philips stellt die Audio Kompakt Kassette vor, die mit BASF Polyester Band 1/8-Zoll bei 4,76 cm/Sekunde arbeitet.

1978 wird ein Zusatzgerat für den Betamax Videorecorder vorgestellt, das mit 14-Bit PCM Codierung digitale Aufnahme und Wiedergabe von Audiosignalen ermöglicht bei einer Dynamik von 80 dB. 

1980 stellen Philips und Sony den Compact Disc (CD) Standard fertig. Philips hatte 1969 mit der Entwicklung begonnen. EIn Prototyp war 1979 vorgestellt worden. Sony stimmte der Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Standards zu. Die CD rotiert in variabler Geschwindigkeit von  200 Upm am Außenrand und bis 500 Upm in der Mitte. Bei einem Durchmesser von  120 mm wird 16-Bit Encoding und eine Sample-Frequenz von 44.100 Hz eingesetzt. Die maximale Spielzeit beträgt 74 Minuten. Die Zusammenarbeit von Philips und Sony collaboration endet 1981 und jede Firma gibt eigene Produkte basierend auf dem gemeinsamen STandard heraus. 

1982 beginnt die industrielle Produktion der ersten Audio-CDs, nachdem das Medium ein Jahr zuvor auf der internationalen Funkausstellung in Berlin erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert worden war. Die ersten CD-Player werden vorgestellt.

1986 wird das Digital Audio Tape (DAT) von Sony/Philips vorgestellt.

1987 werden Digital Audio Tape (DAT) Geräte vorgestellt.

1988 übersteigen erstmaligCD-Verkäufe die von Langspielplatten.

1992 beginnt Sony  mit dem Verkauf der MiniDisc, einer wiederbeschreibbaren magneto-optischen Scheibe in einem Plastik-Gehäuse mit 74-minütiger Laufzeit wie bei der CD, jedoch halber Größe und mit Datenreduktion.

1995 einigen sich Sony und Toshiba auf eine gemeinsame DVD-Video Spezifikation

1996 werden die ersten DVD-Player verkauft.

1998 einigt sich die DVD-Audio Working Group des DVD Forum auf die DVD-Audio Spezifikation.

1998 stellt Denon den ersten HDCD (High Definition Compact Disc) Player vor.

1999 stellt Sony die Super Audio CD (SACD) vor.

WIRD LAUFEND ERWEITERT!!

Quellen:

- Schallplattenbrevier; Walter Haas, Ulrich Klever; Ullstein Verlag, 1960

- 50 Jahre Stereo-Magnetbandtechnik, AES, 1993

- Talking Machines, V.K. Chew, Science Museum Book, 1967

- Die Schallplatten-Fibel, Reher Verlag, 1939

- Phonographen und Grammophone, Herbert Jüttemann, Freundlieb Verlag, 1993

- Das Tefifon, Herbert Jüttemann, Freundlieb Verlag, 2000